Den „Vulgarius“ gibt’s für mutwilligen Verkehrslärm

Vulgarius ist ein grimmiger Zwerg mit Gehörschutz  – der Anti-Award für „Cycle Beating“ in Sachen Lärm. Mehr Info: www.vulgarius.de (Grafik: Mark Bennington)

Zum Tag des Lärms am 26. April haben Umweltschutzverbände um den BUND für Umwelt und Naturschutz einen Anti-Award für mutwilligen Verkehrslärm initiiert. Zu gewinnen gibt es den grimmigen Gartenzwerg und hoffentlich eine Menge negativer Publicity. Auf der Hompage werden diverse Beispiele von ausgewählten Lärmproduzenten thematisiert. Den Gartenzwerg mit Gehörschutz gibt es für Krachmacher in der Industrie – und für besondere Leistungen in der Umgehung von Lärm-Normen durch Cycle Beating – analog Dieselskandal. Betrachtet man die Liste der Nominieren, so liest sich das wie das „Who ist Who“ der Lärmproduzenten auf deutschen Straßen. Jeder Besucher der Seite www.vulgarius.de kann bis 15. August seinen persönlichen Vulgarius (Vulgarius steht für gepimpten „Auspuffsound“, sprich ganz vulgären und mutwilligen Krach) vergeben: Eine Online-Abstimmung ist bis dahin möglich: Stimmen Sie ab!

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Medienecho Juli: Breiter Widerstand gegen den mutwilligen Lärm

Landauf, landab – das Thema Motorradlärm und zunehmend auch der Poser-Lärm von Pkw machen Schlagzeilen in den Medien. Das Dilemma: Während die Bürger aufbegehren, muss sich die Polizei Tricks und Winkelzüge überlegen, um überhaupt ein Mindestmaß an Abschreckung zu ermöglichen. Die Politik legt die Hände wahlweise in den Schoß oder verweist nach Brüssel. Ja, das ist genau das, was Europa braucht – den Verweis der Sache an das europäische Bürokratiemonster. Doch leider ist es nicht so einfach, weil die deutsche Politik, allen voran die aktuelle Bundesregierung, es versäumt hat, der Lobby der Lärmer und ihrer willfährigen Helfer in der Industrie Paroli zu bieten. Eine unpraktikable Norm, viele Schlupflöcher, Übergangsregelungen, die noch Jahrzehnte dafür sorgen werden, dass Krachmaschinen von vor 2016 noch lange unverändert weiterproduziert werden können. „Das ist der nächste dicke Skandal nach dem Diesel-Thema,“ sagte uns unlängst ein Polizist aus Mannheim, der intensiv mit der Sache befasst ist. Also alles beim Alten? Nicht ganz. Demonstrationen und Bürgerinitiativen – das ist das Thema dieses Lärmsommers.

In Lindenfels wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsamts eigens für das Motorradlärm-Thema abgestellt, wie der Mannheimer Morgen hier berichtet. Die Burgstadt bei Mannheim leidet unter den Krachmachern.

Die Stimmung in der Eifel ist weiterhin gereizt: Wie jedes Jahr im Sommer kommen massenweise Motorradfahrer in die Eifel. In diesem Jahr hat die Diskussion gewaltig Fahrt aufgenommen. Viele Anwohner sind einfach nur noch genervt vom Motorradlärm, der nicht nur am Wochenende über dem Rurtal liegt, wie die Aachener Zeitung berichtet. Peter Stollenwerk kommentiert: Der Lärm ist ein bundesweites Problem, nicht nur eines der Eifel. Er stellt Forderungen auf, die denen des BUND Arbeitskreises Motorradlärm entsprechen.

Auch in Mannheim geht die Jagd auf Poser auf zwei und vier Rädern weiter, wie die Welt berichtet: Das Klientel erweist sich als absolut unbelehrbar – schon gibt es die ersten Mehrfach-Wiederholungstäter und hoffentlich bald auch weitere Führerscheine, die verloren gehen. Die Welt hat übrigens ein druchaus zwiespältiges Verhältnis zum mutwilligen Motorenlärm: Der Motor-Redaktion kann es nicht laut genug sein – und dann brav darüber berichten, wie in Mannheim Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden, die eben noch für ihren atemberaubenden Sound gelobt wurden.

Einen Eindruck, welche Kosten Lärm verursacht, damit er weniger auf die Gesunheit schlägt, vermittelt ein Artikel aus der Saarbrücker Zeitung: Für etwa 1,6 Millionen Euro wird in Sengscheid die Lärmschutzwand zur Autobahn 6 erneuert. Sie soll 700 Meter lang und 2,50 Meter hoch sein. Zitat: „Ein direkter Anlieger beschrieb sein schönes Grundstück, wo er im Sommer mit seiner Familie kaum im Freien sitzen könne, weil die Geräuschkulisse, die durch die Lkw oder Motorräder hervorgerufen werde, nahezu unerträglich sei.“ Merke: die einen kaufen Sportauspuffe, die anderen Lärmschutzfenster. Die einen haben ihren Spaß, die anderen einen Herzinfarkt.

Radio Lippe berichtet über eine Todeskurve, die saniert werden soll. Solche Beinamen beziehen sich in der Regel auf unsere Lärmklientel. Und wie immer der obligatorische Abspann: „Mit Forderungen nach einem Blitzer oder der zeitweiligen Sperrung der Straße für Motorräder hatten die Kalletaler Anwohner keinen Erfolg.“ Lieber Lärmschutzwände bauen und die Strecke renntauglich ausrüsten…

Schon bemerkenswert, wie Motorradlärm die Leute mittlerweile um die Lebensqualität bringt: So berichtet die Badische Zeitung zum Aktionsprogramm „Todtmoos 2030“, dass die Bürger „die Verkehrsanbindung, das Fehlen großer Mietwohnungen und die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, die Leerstände und den Motorradlärm“ kritisieren. Den Schwarzwald nehmen die ledernen Ritter eben besonders hart ran.

Die Bergische Morgenpost hat eine mobile Redaktion ausgerufen, die aus Wermelskirchen und Teilorten berichtet. Unvermeidliches Thema auch im Naturpark Bergisches Land: der Motorradlärm, wie RP-Online berichtet.

Auch die lieben Nachbarn in Österreich haben Probleme mit der europäischen Lärmkultur: Das Außerfern (Innsbruck) wird vielerorts zur Teststrecke für motorisiserte Zweiräder. Es ist die erste Saison, wo Tempolimits den Lärm der Motorräder einbremsen sollen. Die Tiroler Tageszeitung berichtet: Die Bürgermeister der Region hatten sich zusammengeschlossen, um die Bewohner im „Biker-Paradies“ Außerfern und Oberland zu schützen.

In Bad Münder (Deister, Niedersachsen) hat die örtliche Verwaltung alles aufgeboten, was die Gesetze hergeben. Geholfen hat es nichts bis wenig, wie die NDZ vom Nienstedter Pass berichtet: Für mehr als einen Impuls am Bremsfuss reichen Messgeräte und Plakate nicht aus – der Lärm bleibt.

Vom Oberen Wiesenthal (Baden) berichtet die Badische Zeitung. Der baden-württembergische Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein zeigt sich dort überzeugt, dass die Lärmdisplays für 13.000 Euro das Stück wirken. Vielleicht wirken sie nach Hahnemann in homöopathischen Dosen: Uns erreicht von Anwohnern das Feedback, dass wohl eher Gesundbeterei und Placeboeffekt am Wirken seien. Im benachbarten Präg, wo der Gletscherkessel ein beliebtes Tummelfeld von Lärmchaoten ist, hat man übrigens die Schnauze voll von Politikerbesuchen. Die Badische Zeitung zitiert: „Es waren schon Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete und Europaabgeordnete hier“, sagt etwa Hanspeter Steinebrunner, der Ortsvorsteher von Präg. „Passiert ist bislang gar nichts. Wir sind frustriert.“

Aus St. Gallen meldet sich die  Kantonspolizei über die Neue Zürcher Zeitung zu Wort: Viele junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren unternehmen in der Ostschweiz nicht etwa anständige sonntägliche Ausfahrten mit ihren «potenten Autos und Töffs (Motorräder)». Er meint damit Modelle von Audi, BMW, Porsche, Mercedes, vereinzelt auch solche von Ferrari oder Lamborghini, darüber hinaus Motorräder. Es häufen sich Bescherden durch den Krach, den sie dabei verursachen. Die Schweiz importiert nicht nur die deutschen Marken für ihre solventen Halbstarken, sondern auch die löchrigen europäischen Lärm-Normen.

Aus Schramberg im Schwarzwald berichtet der Schwarzwälder Bote von einem Polizeiposten, wo es bei den Mitarbeitern eine ganze Reihe „versierter Spezialisten“ gebe. Das hat uns dann doch interessiert, denn die gibt es sonst selten. Der Revierleiter gibt zudem ein paar Gutsle (schwäb. für Bonmot) zum Besten: Waren wir nicht alle mal jung – brumm brumm? Wo er recht hat: „Es sind nur wenige Verkehrsteilnehmer, die ihre Fahrzeuge bewusst manipulieren. Und diese haben unsere ›Spezialisten‹ im Visier“. Und der Rest kauft manipulierte Auspuffe als legale Zusatzausstattung: www.vulgarius.de.

Der Südkurier berichtet aus derselben Gegend (Schonach) von der Verschiebung des Motorradverkehrs von der B  500 (Schwarzwald) auf die L 109. Auf der B 500 haben Behörden einige Maßnahmen getroffen, vor allem die geriffelten Mittelstreifen stören die Motorradfahrer extrem. Dafür hätten Lärm und vor allem Tempo auf der L 109 extrem zugenommen, vor allem an den Wochenenden.

Der Teckbote berichtet aus Kirchheim und Dettingen: Auspuffanlagen, insbesondere von Motorrädern, sollten dort regelmäßig kontrolliert werden, forderte der Bürgermeister. Zu wenig kümmert sich seiner Ansicht nach die Polizei um die schwarzen Schafe unter den Bikern. Mit seinen Klagen ist er nicht allein. Die Bürger in Lenningen und Erkenbrechtsweiler leiden ebenfalls unter den Krachmachern. Bisher sei man von der zuständigen Behörde immer abgewimmelt worden. „Seit Jahren werden uns Kontrollen versprochen, ohne dass was passiert.“, ärgert sich nicht nur er über einzelne Raser, die nachts den ganzen Ort beschallen. Wieso soll es den Schwäbischen Bürgermeistern besser gehen als dem rest der republik?

RP-Online berichtet vom Hotspot Beverdamm/Hückeswagen: Die Polizei macht dort endlich ernst und hatte auf der K 13 bei Oberröttenscheid und am Beverdamm zwei Kontrollstellen eingerichtet, um vor allem die Lautstärke von Motorrädern zu kontrollieren. Bei den beiden Krädern, die die Polizei „entdeckt“ hatte, scheint es sich um Exemplare mit herausgeschraubtem DB-Eater gehandelt zu haben. Gegen den Rest der industriellen Manipulationen haben die Ordnungshüter ja bekanntlich keine Handhabe. Versöhnlicher Schluss: Es gab auch drei abgefahrene Reifen zu reklamieren. Brav!

Aus Radevormwald berichtet RP Online – und da redet einer Tacheles: Die Bundesstraße ist für Motorradfahrer eine der Haupteinfallstraßen von Schwelm über Radevormwald ins Oberbergische Land. Polizei und Kreis kontrollieren regelmäßig, gegen Motorradlärm von 1100 Bikern in sechs Stunden hat sie aber fast keine Handhabe. Ordnungsamt Jochen Knorz: „Die meisten der kontrollierten Zweiräder sind in einem technisch einwandfreien Zustand, so, wie sie zugelassen sind. Bezüglich einer Lärmminderung könne nur der Bundesgesetzgeber tätig werden.“ Yep – vielleicht könnten hier die Schramberger Spezialisten aushelfen?

Nettes Schmankerl von den Hassbergen. Die Neue Presse aus Coburg berichtet unter dem Titel „Die Jagd findet nur auf der Straße statt“ von einer Waldbegehung von Forstleuten: „Die Stille des Waldes wurde durch Motorradfahrer, die den Hambach auf der Staatsstraße 2278 als „Rennstrecke“ benutzen, erheblich gestört. Die Motoren dröhnten so laut, dass die Forstleute mitunter ihrer Erklärungen unterbrechen mussten und das Zwitschern der Vögel nur selten zu hören war.“ Ist alles legal und deshalb egal…

Der Reutlinger Generalanzeiger berichtet vom Hotspot Münsingen/Lautertal: Mit Schildern, Messgeräten, Kontrollen, Geld und guten Worten versucht man dort Lärm und Raserei beizukommen. Bisher ohne Erfolg. Eine Sperrung: auch kein Thema. Dann werden wohl weiter Politiker auf Besuch kommen und ihr Beileid ausdrücken…

Der Acher und Bühler Bote berichtet wiederum aus dem Schwarzwald von der verlärmten Schwarzwaldhochstraße: Ein besonderes Ärgernis sei der „infernalische Motorradlärm“. „Früher waren die Bergwände bei Wanderungen über die Badener Höhe Reflektoren für die Rufe der Hirsche während der Brunst“, erinnerte er sich. „Heute gibt es dort den ohrenbetäubenden Krach der Motorräder, vor allem am Wochenende.“

Last but not least: Der Südwestrundfunk berichtet von einem Anwohner, der mit der Mistgabel in der Hand einen Sportfahrer auf zwei Rädern tätlich angegriffen hat. Der Biker hatte eine Kamera am Helm und postete den Streifen unter seinem Nick „Sumo fighters“. Nein – wir rufen nicht zum Mistgabelattacken auf und verurteilen das bewaffnete Hinterherrennen als Straftat auf das Schärfste!

 

 

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Also im Müglitztal hilft Messen nicht

Bericht im MDR zum Thema Motorradlärm im Müglitztal – Ausriss Mediathek, hier nachzusehen.

Im Müglitztal kümmert sich kaum ein Biker um die elektonischen Schilder, die auf zu hohe Lärmbelästigung hinweisen – das ist das Ergebnis eines Langzeitversuchs an diesem Hotspot in der Sächsischen Schweiz. Was hilft sind Verkehrskontrollen durch die Polizei, was wiederum dafür spricht, dass es mit dem freiwilligen Lärmverzicht bei den Motorradfahrern nicht weit her ist. Die Ergebnisse stehen im deutlichen Gegensatz zu den Aussagen der Baden-Württembergischen Landesregierung. Im Schwabenländle sollen die Lärm-O-Meter ausser Umsatz auch noch etwas im Sinne der Anwohner bewegen. Die ARD berichtet hier. Die Anwohner bemängeln, dass die Ergebnisse der Lärmmessungen unter Verschluss gehalten werden.

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VCD startet Petition gegen Motorradlärm

Auch der VCD wird gegen Motorradlärm aktiv.

Der Kreisverband Osnabrück des Verkehrsclubs Deutschland startet eine Petition gegen Motorradlärm – willkommen im Club. Die Petition kann hier gezeichnet werden.

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Offener Brief eines Physikers an Dobrindt und Marwein

Hermann Emerich ist Physiker und arbeitet in Grenoble an einem renommierten Institut.
Auch in Frankreich sind die Folgen der verfehlten Lärmschutzpolitik zu hören. Er schickt uns diesen offenen Brief.

 

An den deutschen Verkehrsminister
Alexander Dobrindt
und den Lärmschutzbeauftragten von Baden Württemberg
Thomas Marwein

Sehr geehrter Herr Dobrindt,
sehr geehrter Herr Marwein,

Ich wende mich mit diesem offenen Brief an Sie, damit angesichts der ausufernden Entwicklung des Motorradlärms endlich tragbare Lösungskonzepte entwickelt werden. Ich bitte sie daher den Artikel – trotz seiner Länge – bis zum Ende durchzulesen. Um mich vorzustellen: Ich betrachte mich als durchschnittlichen Repräsentanten der deutschen Bevölkerung und arbeite als Wissenschaftler (Fachrichtung Physik) in einer europäischen Forschungsanstalt. Durch die Natur meiner Beschäftigung, würde ich mir eine gewisse Tendenz zum kritischen Hinterfragen zuschreiben, ohne daß ich dadurch aber automatisch zum Rechtsspezialisten bzw. technischen Berater mutiere. In meinen Vorträgen fordere ich die Zuhörer gerne zur Eigenarbeit auf. Als einleitende Übung würde ich daher vorschlagen das Stichwort „Motorradlärm“ (i. B. ein paar Tage nach einem schönen Wochenende) in Google einzugeben und dabei den Suchzeitraum auf eine Woche zu beschränken. Vermutlich liefert diese Handlung Ergebnisse, vor allem wenn Sie über ein paar Wochen wiederholt wird, die mir die notwendige Rechtfertigung verleihen das Problem Motorradlärm als allgemein zu bezeichnen und nicht (nur) als ein Ausdruck meiner persönlichen Frustration.

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Gegenlärm wird entfacht

Waiblinger Kreiszeitung berichtet über Motorradlärm-Demo in Schorndorf. Quelle: Ausriss WKZ.

Immer mehr haben die Schnauze voll von den Rasern und Lärmern. In Baden-Württemberg wird jetzt auch demonstriert: Fast 80 Menschen machten ihrem Unmut in Schrondorf an der Schlichtener Straße mit Transparenten und Hupen Luft. Mit der Aktion verweisen sie und Anwohner des Rudersberger Ortsteils Krehwinkel auf den unerträglichen Lärm durch Motorrad-Freizeit- und Raserverkehr. Ein Ärgernis, mit dem die Schorndorfer nicht allein sind. Hier gehts zum Artikel.

 

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Pfingstdemo gegen Motorradlärm

Ausriss aus der Osnabrücker Zeitung: Widerstand gegen Lärmbelästigung.

 

Die Osnabrücker Zeitung berichtet von einer Pfingsdemonstration der besonderen Art: Von Borgloh und Holte aus haben sich am Pfingstmontag rund 200 Demonstranten aufgemacht um gegen Motorrad-Raser auf der K330, die beide Orte verbindet, zu demonstrieren.Vereint im Leid wegen des Lärms sei man entlang der kurvenreichen Kreisstraße schon länger, sagen dei Anwohner. Noch im letzten Jahr verwarf man die Idee einer gemeinsamen Demonstration. Heute ist sie fast sowas wie die letzte Hoffnung. „Darauf, dass Behörden und Polizei endlich unser Problem ernst nehmen“, heißt es unisono als sich der Protestzug aus Borgloh in Bewegung setzt. Mehr Aufmerksamkeit wünschen sie sich, mehr Kontrollen und mehr Blitzer auf der Wochentags und am Wochenende von Motorradfans hochfrequentierten Strecke.

 

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Offensive gegen mutwilligen Verkehrslärm

VAGM e.V. starten Bundestags-Petition
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Lautertal: Demo empfängt Minister Hermann

Der Alb-Bote berichtet, wie Verkehrsminsiter Hermann (BW) (Bildmitte) in Münsingen von einer Anti-Motorradlärm-Demo empfangen wird.

Baden-Württembergs Verkehrsminister besucht Münsingen – und er wird von einer Anti-Motorradlärm-Demonstration empfangen, wie der Alb-Bote (Südwestpresse) berichtet. Es geht um das zauberhafte Lautertal, das das Problem bereits im Namen trägt: Zu Erholungszeiten gibt sich der Chaotenchor der Raser und Lärmer auf zwei Rädern hier ein Stelldichein. Weithin Krach im Bisophärenreservat. Nach Auslegung der Rechtslage kein Problem: Die lauten Maschinen sind ja nicht illegal, auf den Zulassungspapieren werden sie sogar immer leiser, obwohl man das im Lautertal nicht glauben mag. Minister Winfried Hermann (Grüne) zeigt Verständnis für  die rund 80 Lärmgeplagten – aber viel zu bieten hat er nicht. Die Polizei müsse kontrollieren (was bitteschön?) und gemessen werde müsse auch (fürs Excel?). Was aber soll kontrolliert werden, wenn all die Umgehungen der Typzulassungs-Normen staatlicherseits geduldet werden? Und was bitteschön soll das Messen bringen, wenn doch keine Konsequenzen gezogen werden? Lieber Minister Hermann: Wie wäre es, wenn Sie oder Ihr ebenfalls messversessener Lärmschutzbeauftragter mal endlich einen kreativen grünen Vorstoß machen, der beim Bürger ankommt (und so lange Sie noch an der Regierung sind)? Anstatt für 20.000 Euro/Stück Messgeräte aufzustellen, die verkennen, dass ein Gutteil der Fahrer das eigene Fahrzeug auch danach auswählt, wie laut es ist? Liebe Demonstranten: Großes Kompliment für so viel Arsch in der Hose – auch wenn der hier aus reiner Verzweiflung gereckt wird.  Einen Gruß auf die Alb nach Baden Württemberg!

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